News | von SwaF | 3. September 2026

Werkstatt der Mutigen: Demokratie erfahrbar machen!

Was brauchen wir, um Demokratieförderung vor Ort wirksam gestalten zu können? Bei Start with a Friend haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, verschiedene Perspektiven zusammen zu bringen.

Am 6. August haben wir deshalb Interessierte und Vertreter*innen aus Wirtschaft, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Politik zu unserer Online-Ausgabe der "Werkstatt der Mutigen" eingeladen. Gemeinsam kamen wir (vor allem mit vielen engagierten Chemnitzer*innen) ins Gespräch über das Thema Demokratieförderung.

Das Event ist mit einer Paneldiskussion gestartet. Dabei haben Nora Seitz (Fleischermeisterin aus Chemnitz und Mitglied des Deutschen Bundestages), Ines Vorsatz (Kriminalpräventiver Rat der Stadt Chemnitz), Sylvia Pfefferkorn (Vizevorstandssprecherin, Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen e. V.) und Nilab Alokuzay-Kiesinger (Geschäftsführerin von Start with a Friend e. V.) ihre Perspektiven geteilt. Nach der Paneldiskussion hatten die Panelistinnen einen offenen Austausch mit engagierten Teilnehmerinnen.

Demokratie braucht Vertrauen und den Mut, Verantwortung zu teilen

Schnell hat sich im Gespräch gezeigt: Wir alle wollen demokratischen Strukturen. Sie ermöglichen uns ein selbstbestimmtes Leben. Aber die Diskussion darüber, wie wir Demokratie fördern, kann sich nicht allein um die großen Bundesprogramme „Demokratie leben!“ und „Menschen stärken Menschen“ drehen. Vielmehr müssen wir uns anschauen: Wie können Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Staat und Kommunen ihrer geteilten Verantwortung gemeinsam gerecht werden?

Nicht zuletzt die Wirtschaft braucht demokratische Strukturen. Sie garantieren ein respektvolles Miteinander am Arbeitsplatz und damit auch ein produktives Zusammenleben. Gleichzeitig sind die Betriebe Orte, an dem demokratisches Denken überhaupt erst entsteht. Denn hier kommen verschiedene Menschen zusammen und müssen sich in Hierarchien und Abläufen organisieren. Demokratie und Wirtschaft können also voneinander lernen und bedingen sich gegenseitig.

Ehrenamtliche Arbeit hat auch einen wirtschaftlichen Einfluss. Dieser wirtschaftliche Beitrag sollte sichtbar gemacht und anerkannt werden.

Nilab Alokuzay-Kiesinger, Geschäftsführerin von Start with a Friend e. V.

Als wir dann den Blick auf das Leben in unseren Kommunen warfen, haben wir festgestellt: Wir müssen immer wieder ins Analoge und vor Ort. Denn hier wird im Kleinen gelebt, was wir als Gesamtgesellschaft brauchen. In Sport, Kultur und Ehrenamt kommen Menschen in persönlichen Kontakt zueinander und begreifen sich als Mitmenschen in einer gemeinsamen Welt. Genau das ist durch eine zunehmend digitale Welt womöglich in Gefahr. Denn dort bestätigt der Algorithmus in vielen Fällen die eigene Wirklichkeit und blendet andere Perspektiven aus. Gleichzeitig bietet das Digitale auch Chancen und eröffnet auch Räume. Es wird also darum gehen müssen, weiter Wissen aufzubauen: Wie gehen wir als demokratische Gesellschaft mit dem Digitalen um?

Mit dem Blick auf die große Politik war es schließlich wichtig, über Vertrauen und Fehlerkultur zu sprechen: Vorgaben „aus Berlin“ sollen Menschen nicht demotivieren, sondern ihnen im Gegenteil Sicherheit bei dem geben, was sie vor Ort erreichen wollen. Das bedeutet aber auch, dass nicht immer jedes Detail im Voraus geregelt werden kann und dass Fehler als Lernmöglichkeit begriffen werden müssen. Eine Aufgabe von Politik kann es demnach sein, dem Engagement der Menschen vor Ort durch Strategien einen Rahmen zu geben und auch, es durch gelungene Kommunikation sichtbar zu machen: So wiederum kann Vertrauen in die Demokratie gestärkt werden.

Wir bei Start with a Friend danken ganz herzlich den Panelistinnen der Podiumsdiskussion – Nora Seitz, (Fleischermeisterin aus Chemnitz und Mitglied des Deutschen Bundestages), Ines Vorsatz (Kriminalpräventiver Rat der Stadt Chemnitz), Sylvia Pfefferkorn (Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen e.V.) – und vor allem auch allen Teilnehmer*innen für ihre Ideen in den anschließenden interaktiven World Cafés.

Demokratie(förderung) lebt auch von euren Ideen! Schreibt uns über oeffentlichkeitsarbeit@start-with-a-friend.de: Über welche Herausforderung im Bereich der Demokratieförderung müssen wir als Gesellschaft noch mehr sprechen?